{"id":82,"date":"2015-10-24T16:07:48","date_gmt":"2015-10-24T14:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ammec.de\/wp\/?p=82"},"modified":"2017-02-10T10:43:30","modified_gmt":"2017-02-10T09:43:30","slug":"entstehung-des-ammec","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.ammec.de\/wp\/?p=82","title":{"rendered":"Entstehung des AMMEC"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Moderne Ger\u00e4te aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik haben sich heutzutage zu wahren Multitalenten entwickelt. Bei der Suche nach einem geeigneten Ger\u00e4t f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch sieht sich der Kunde mit einer schier un\u00fcberblickbaren Anzahl an Herstellern und Modellen konfrontiert. Allerdings birgt diese riesige Auswahl auch ihre T\u00fccken, denn eine Kompatibilit\u00e4t der verschiedenen Ger\u00e4te ist auf Grund unterschiedlicher &#8222;Standards&#8220; und Anschl\u00fcssen in vielen F\u00e4llen nicht gew\u00e4hrleistet. Hinzu kommt, dass g\u00fcnstige Preise oftmals leider auch &#8222;g\u00fcnstige&#8220; Qualit\u00e4t und reduzierte Funktionen bedeuten, in vielen F\u00e4llen gerade f\u00fcr blinde\/sehbehinderte Menschen wichtige Funktionen. Demgegen\u00fcber stehen Hersteller im High End Bereich, die ihre Ger\u00e4te mit immer mehr &#8222;tollen&#8220; und &#8222;wichtigen&#8220; Funktionen versehen, von denen ein Gro\u00dfteil f\u00fcr Blinde\/Sehbehinderte unn\u00f6tig oder gar nicht nutzbar sind. F\u00fcr den blinden\/sehbehinderten Nutzer stellen sich bei der Benutzung moderner MultiMedia Ger\u00e4te gleich mehrere Probleme:<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">1. Die visuelle Men\u00fcf\u00fchrung zwingt den blinden\/sehbehinderten Nutzer dazu, die Men\u00fcstruktur auswendig zu lernen, um sein Ger\u00e4t \u00fcberhaupt bedienen zu k\u00f6nnen. Hat er einmal eine Taste zuviel gedr\u00fcckt oder ist er sich nicht sicher, muss der gesamte Vorgang von vorne begonnen werden. In vielen F\u00e4llen sind Blinde\/Sehbehinderte gar nicht in der Lage ihr (neues) Ger\u00e4t ohne die Hilfe eines Sehenden in Betrieb zu nehmen, da es f\u00fcr sie unm\u00f6glich ist den Sendersuchlauf auszul\u00f6sen. Und selbst wenn man sich bis zur vollen Einsatzbereitschaft des Ger\u00e4tes &#8222;vorgek\u00e4mpft&#8220; hat, f\u00fchrt die Komplexit\u00e4t der Men\u00fcstruktur, in der sich z.T. selbst Sehende nicht mehr zurechtfinden, dazu dass Blinde\/Sehbehinderte ihre eigenen Ger\u00e4te kaum selbstst\u00e4ndig bedienen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">2. Die mangelnde Zug\u00e4nglichkeit der meisten Informationsmedien wie Fernsehzeitschriften, elektronische Programmf\u00fchrer oder Videotexttafeln erschweren dem blinden\/sehbehinderten Nutzer die Programmierung seiner Ger\u00e4te und die Aufzeichnung einzelner TV-Sendungen. Wann und wo einzelne Sendungen ausgestrahlt werden sind nun mal elementare Informationen, um eine Aufzeichnung zu programmieren.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">3. Letztendlich konnte eine akzeptable Bedienbarkeit teilweise nur durch die Anschaffung verschiedener kostspieliger Ger\u00e4te erreicht werden und selbst die Investition mehrerer Tausend Euro f\u00fchrte oftmals nicht zum gew\u00fcnschten Erfolg. Nicht zuletzt durch den Umstand, dass mehrere Ger\u00e4te auch mehrere Fernbedienungen bedeuten, die nicht immer durch beliebige Universalfernbedienungen ersetzt werden k\u00f6nnen, ohne weitere Schwierigkeiten oder Funktionsverluste zu verursachen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Auch Marco Skambraks, blinder Software-Entwickler aus Marburg, hatte alle Probleme, mit denen sich ein Blinder bei der Bedienung &#8222;normaler&#8220; MultiMedia Ger\u00e4te &#8222;herumschlagen&#8220; muss, aus eigener Erfahrung kennen gelernt. Durch seine beruflichen T\u00e4tigkeiten als Produktmanager f\u00fcr Hilfsmitteltechnologie bei der Firma F.H. Papenmeier und sp\u00e4ter als Linux-Entwickler f\u00fcr Hilfsmitteltechnologie bei der Firma SuSe-Linux Products GmbH, kannte sich Marco mit dem Thema &#8222;Accessibility&#8220; bestens aus. Der seit l\u00e4ngerem bestehende Kontakt zu dem blinden Informatikstudenten Halim Sahin, u.a. durch verschiedene OpenSource-Projekte unter Linux, intensivierten Marcos \u00dcberlegungen bei der Suche nach einer L\u00f6sung der Probleme. Auch Halim verf\u00fcgte \u00fcber umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Hilfsmitteltechnologie, da er sich von Anfang an mit der Thematik intensiv und aktiv besch\u00e4tigt hatte. Ebenso wie Marco kannte auch Halim das OpenSource-Projekt von Klaus Schmidinger und so kam es wie es kommen musste: Beide beschlossen in Anlehnung an Schmidinger ein neues Projekt zu entwickeln, dass ihre Vorstellungen von einer L\u00f6sung der Probleme besser treffen w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Der aktive Entwicklungsbeginn Anfang 2004 stand unter dem Motto &#8222;Hilfe als Selbsthilfe&#8220; und war noch gekennzeichnet von klaren Abgrenzungen der T\u00e4tigkeitsbereiche zwischen Marco und Halim: Die Software-Entwicklung und damit das &#8222;Herzst\u00fcck&#8220; des sp\u00e4teren AMMEC lag bei Marco, w\u00e4hrend Halim wichtige Unterst\u00fctzung durch das Testen auf Funktionsf\u00e4higkeit und Nutzbarkeit von Marcos Entwicklungen leistete. Im sp\u00e4teren Verlauf des Entwicklungsprozesses stieg aber auch Halim mehr und mehr in die aktive Programmierarbeit ein. Erkl\u00e4rtes Ziel der beiden Beteiligten war es, ein Ger\u00e4t allein f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch zu entwickeln. Der Gedanke an eine Vermarktung des Projektes lag noch in weiter Ferne.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Zu Beginn des Jahres 2005 m\u00fcndete die einj\u00e4hrige Entwicklungsarbeit in einem ersten Prototyp, der bereits \u00fcber Grundfunktionen wie dem Aufzeichnen von TV-Sendungen und dem Videotext- und EPG-Reader verf\u00fcgte. Allerdings lie\u00df die Benutzerfreundlichkeit noch ein wenig zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, da es sich noch um einzelne Bauteile handelte und die Bedienung nur f\u00fcr einem &#8222;Profi&#8220; m\u00f6glich war. Die erwiesene Funktionsf\u00e4higkeit des Prototyps und die Tatsache, dass sich die Entwicklung inzwischen &#8211; wie \u00fcblich &#8211; unter mehreren anderen Blinden herumgesprochen hatte, f\u00fchrten dazu, dass sich Marco zunehmend mit dem Gedanken einer &#8222;Serienproduktion&#8220; besch\u00e4ftigen musste. Und die immer weiter steigende Nachfrage dr\u00e4ngte Marco zu einer Entscheidung.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Die Entscheidung zur Markteinf\u00fchrung fiel im Fr\u00fchjahr 2005. Mittlerweile hatte die Entwicklung auch ihren heutigen Namen bekommen: &#8222;Accessible MultiMedia Entertainment Center&#8220; kurz AMMEC. Auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit hatte sich einiges getan. Dank Arne Weber und seiner ITV-Media AG konnte Mitte des Jahres eine erste Version des AMMEC in einem Geh\u00e4use verbaut werden, so dass ab sofort die Benutzung auch f\u00fcr einen &#8222;Laien&#8220; m\u00f6glich war. Die unerwartete Zahl an Interessenten und Vorbestellungen bei der Vorstellung des AMMEC auf der IFA im Herbst 2005, versicherten Marco, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Im Dezember 2005 konnte der AMMEC an den ersten Kunden ausgeliefert werden und mit Beginn des Jahres 2006 wurde die Serienproduktion aufgenommen. Von Beginn der Serienproduktion an stand der AMMEC sowohl f\u00fcr den digitalen Fernsehempfang \u00fcber Satellit (DVB-S) als auch f\u00fcr digitales Kabelfernsehen (DVB-C) zur Verf\u00fcgung. Die M\u00f6glichkeit des digitalen Fernsehempfangs \u00fcber Antenne (DVB-T) kam mit der generellen Ausweitung der DVB-T Zug\u00e4nglichkeit im Laufe des Jahres 2006 dazu.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: medium;\">Seit der Markteinf\u00fchrung wurde der AMMEC regelm\u00e4\u00dfig sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich \u00fcberarbeitet. Und um auch in Zukunft auf dem Stand der Technik zu bleiben wird der AMMEC auch weiterhin von seinen Sch\u00f6pfern regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberarbeitet und weiterentwickelt, allein schon um den eigenen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden. Denn trotz der sehr erfolgreichen Vermarktung arbeitet das AMMEC-Team nach wie vor nicht gewinnorientiert, um m\u00f6glichst viele Ger\u00e4te zu verkaufen, sondern um blinden und sehbehinderten Menschen ein Hilfsmittel zu bieten, damit sie selbstst\u00e4ndig und ohne Einschr\u00e4nkungen alle M\u00f6glichkeiten eines modernen MultiMedia Ger\u00e4tes nutzen k\u00f6nnen. Letztendlich ist und bleibt der AMMEC auch nach Jahren der Marktf\u00fchrerschaft immer noch ein Produkt von Blinden f\u00fcr Blinde.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Moderne Ger\u00e4te aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik haben sich heutzutage zu wahren Multitalenten entwickelt. Bei der Suche nach einem geeigneten Ger\u00e4t f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gebrauch sieht sich der Kunde mit einer schier un\u00fcberblickbaren Anzahl an Herstellern und Modellen konfrontiert. 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